Neuerwerbungen

Vorstellung kürzlich erworbener Kunstwerke

Neuerwerbungen zeitgenössischer Kunst erfolgen gemäß der Satzung der Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V. in enger Absprache mit dem Neuen Museum Nürnberg. Diese bleiben im Eigentum der Museumsinitiative, sind aber nur für das Neue Museum bestimmt.

Neueste Ankäufe aus den Mitteln des Vereins und großzügige Schenkungen bereichern die Kunstausstellungen im Neuen Museum Nürnberg in den Gattungen Malerei, Grafik, Skulptur, Installation, Fotografie und Videokunst.

305

Michael Seidner, Gold, 2015

Gattung
Malerei
Material
Öl auf Baumwolle
Maße
46 x 33 cm
Inv.-Nr.
MI 59
Erworben
2016
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Michael Seidners Malereien entstehen in langen Schaffensprozessen – und doch brechen dann recht spontan Ergebnisse in eintägigen, intuitiven Malsessions aus ihm heraus. Mal schälen sich nahezu greifbare Formen aus dem Bildgrund hervor, ein andermal bleibt alles im Vagen und bloß Angedeuteten. Auf meist kleinformatigen Leinwänden entstehen Setzungen von übereinander liegenden Farbschichten mit abstrakten, gestischen Kompositionen. In den vergangenen Jahren hat er diese oftmals auch wieder freigekratzt, um so eine Archäologie oder Spurensuche seiner früheren Arbeiten zu betreiben.
(Thomas Heyden)

305

Michael Seidner, Die Kammer, 2015

Gattung
Malerei
Material
Öl auf Baumwolle
Maße
100 x 70 cm
Inv.-Nr.
MI 58
Erworben
2016
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Michael Seidners Malereien entstehen in langen Schaffensprozessen – und doch brechen dann recht spontan Ergebnisse in eintägigen, intuitiven Malsessions aus ihm heraus. Mal schälen sich nahezu greifbare Formen aus dem Bildgrund hervor, ein andermal bleibt alles im Vagen und bloß Angedeuteten. Auf meist kleinformatigen Leinwänden entstehen Setzungen von übereinander liegenden Farbschichten mit abstrakten, gestischen Kompositionen. In den vergangenen Jahren hat er diese oftmals auch wieder freigekratzt, um so eine Archäologie oder Spurensuche seiner früheren Arbeiten zu betreiben.
(Thomas Heyden)

MI57

Attila Kovács, Erste Sequenzen, 1964

Gattung
Zeichenkunst
Material
Folge von 14 Zeichnungen, Bleistift und Tempera auf Papier
Maße
je 29,7 x 21 cm
Inv.-Nr.
MI 57
Erworben
2016
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Attila Kovács (geb. 1938) schafft präzise und analytische Kunst, die in Allianz mit Wissenschaft und Mathematik die Wirklichkeit nach den zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten untersucht. Seine „synthetische Form“ eröffnet neben dem Figurativen und Abstrakten einen dritten Weg. Im Mittelpunkt seiner auf logischen Parametern gegründeten Kunst steht das additive Prinzip, das er in Ansätzen schon bei Kasimir Malewitsch und seinem ungarischen Landsmann István Beöthy fand und in seinem eigenen Schaffen entfaltete. Kovács gelangt zu „reinen Anschauungsformen“, frei von allen Subjektivismen und Irrationalismen.
(Thomas Heyden)

Nick Evans, Venus, 2013

Nick Evans, Venus, 2013

Gattung
Skulptur
Material
Faserverstärkter Gips, mundgeblasene Glaskugeln, Leuchten
Maße
145 x 60 x 80 cm
Inv.-Nr.
MI 56
Erworben
2014
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Die Skulptur Venus mit den drei mundgeblasenen farbig getönten Glaskugeln als Leuchten ist das Zentrum einer Dreiergruppe der faserverstärkten Gipsskulpturen von Nick Evans. Diese Skulpturen erinnern in ihrer organischen Formauffassung an Werke wie die von Henry Moore. Über die Überlegung zur Aufstellung verstärkt Evans die Idee, als handele es sich um auf zwei Beinen stehende oder sitzende Figuren. Dadurch bekommen die abstrakt anmutenden Arbeiten einerseits eine figürliche Komponente. Andererseits werden die Objekte aber auch funktional umgedeutet, indem sie jeweils als Lampenständer dienen. In diesem Zwitter aus Figur und Lampe entsteht mit den drei Objekten so eine amüsante Konstellation aus der Figur Venus, die von zwei Wächtern, The Nightwatch (MI 55) sowie Guardian with Light, begleitet wird.
(Melitta Kliege)

1.151

Nick Evans, The Nightwatch, 2013

Gattung
Skulptur
Material
Faserverstärkter Gips, Schmiedeeisen, Glas, Leuchte
Maße
130 x 70 x 90 cm
Inv.-Nr.
MI 55
Erworben
2014
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Der englische Künstler Nick Evans ist einer von nur sechs Künstlern, anhand derer in der Ausstellung Kunstzentrum Glasgow 2013 des Neuen Museum in Nürnberg diese international einflussreiche Kunstmetropole vorgestellt wurde. Für dieses Partnerschaftsprojekt des Freistaat Bayerns sowie der Stadt Nürnberg sind von den Künstlern neue Arbeiten für die Fassadenräume entstanden. Nick Evans zeigte unter anderem eine neue, organisch abstrakt wirkende Skulpturengruppe aus Gips, die sich als figürliche Personifikationen erweisen sollte. Der Künstler setzt seine Skulpturen wie bei einem Baukastensystem aus einzelnen Modulen zusammen. Jedes dieser Werke ist zugleich mit einer Lampe versehen, bei The Nightwatch ist dies eine schmiedeeiserne Leuchte, die Evans in der Werkstatt des Vaters eines befreundeten Künstlers eigens entworfen und hergestellt hat.
(Melitta Kliege)

Au§enaufnahmen von der Installation tagsueber

Jeppe Hein, Hexagonal Water Pavilion, 2007

Gattung
Kunst im öffentlichen Raum
Material
Temporäre, begehbare Brunneninstallation: Wasser, Folienbecken, Gitterroste, Unterwasserscheinwerfer, Pumpen, umlaufende Holzrampen. Exemplar 1/3 einer Edition von 3 Exemplaren (1-3) und 2 Künstlerexemplaren (AP)
Maße
1900 x 1300 x 230 cm
Inv.-Nr.
MI 54
Erworben
2013
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V. Der Ankauf wurde möglich durch die großzügige Unterstützung von: Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg, IHK-Kulturstiftung der mittelfränkischen Wirtschaft, Förderstiftung Neues Museum in Nürnberg, Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V., Rotary Clubs in Nürnberg, Nürnberger Nachrichten, Carl Friedrich Eckart Stiftung, Hotel Victoria Nürnberg und vielen privaten Spenden.
Beschreibung

Mit seinen Arbeiten thematisiert Jeppe Hein die veränderlichen Grenzen zwischen Gegensätzen wie Innen und Außen oder Aktion und Reaktion. Seine Arbeiten verbinden ihren Funktionalismus aber auch immer mit einer sinnlichen und räumlichen Erfahrung der Betrachter. Häufig werden die Besucher durch Interaktivität und Kommunikation in die künstlerischen Arbeiten mit einbezogen, wie auch bei Hexagonal Water Pavilion, einer Skulptur im öffentlichen Raum in Form eines begehbaren Brunnens. Auf den ersten Blick sieht der Wasserpavillon unzugänglich aus. Doch schnell wird deutlich, dass sich die Wasserwände nach Sektionen aufteilen und, nach einer festen Choreographie ausgeschaltet, dem Besucher Wege durch das Wasserlabyrinth ermöglichen.
(Neues Museum Nürnberg)

1.136

Horst Münch, Hier ist es anders, 2010

Gattung
Malerei
Material
Acryl auf Leinwand
Maße
150 x 240 cm
Inv.-Nr.
MI 53
Erworben
2012
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Horst Münchs Kunst – ob Malerei, Zeichnung oder Skulptur – steckt voller Brüche: zwischen Formen etwa, die bereits etwas geworden sind, und solchen, die noch im Werden begriffen sind. Das rein Ungegenständliche, das vor lauter Unverbindlichkeit nichts zu werden braucht, interessiert den Künstler nur am Rande. Alles in seiner Kunst strebt in eine Sphäre, in der nichts nur für sich steht, sondern alles Bedeutung gewinnt, auch wenn sich diese im permanenten Fluss befindet, von Kontext zu Kontext changierend, ohne auszumachendes Ziel vagabundierend. Horst Münch weiß zu genau, dass das, was wirklich zählt, nicht zu fassen ist. Es rieselt fein aus den Fehlböden des Lebens, der feste Stand gerät ins Wanken, und beim Hinfallen zu lachen, bringt mehr Einsicht als alle Theorie. So werden das Scheitern, der Lapsus, der Fehler, die Peinlichkeit und die Verlegenheit zu Garanten einer Kunst, die ohne Bestimmtheiten glänzend auskommt. Das Fertige, gar Perfekte oder Glatte, ist so gar nicht die Sache des Künstlers – abzulesen unter anderem am plötzlichen Abbrechen des Bildes Hier ist es anders am rechten Bildrand, der weiß bleibt.
(Thomas Heyden)

1.92

Gerhard Mayer, WIMP, 2010

Gattung
Multiple
Material
Vinylplot auf selbstklebender Folie (schwarz) in Schwarzpappkarton mit Kunststoffrakel und Anleitung
Maße
30 x 40 cm (Plot), 45,5 x 33,5 x 5,5 cm (Karton), Exemplar 33/200
Inv.-Nr.
MI 52
Erworben
2012
Zugang
Edition der Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

2010 hat der Künstler Gerhard Mayer die Fassadenräume des Neuen Museums mit der riesigen Wandzeichnung LHC gestaltet. Anlässlich dieser Ausstellung und des 10-jährigen Jubiläums des Neuen Museums hat der Künstler einen Vinylplot in einer Auflage von 200 Exemplaren geschaffen. Damit transferiert Gerhard Mayer seine Tuschezeichnungen auf ein selbsthaftendes Trägermaterial, wobei auch hier feste Regeln gelten: so sind die Linien aufgrund der verwendeten Schablone immer elliptisch und berühren sich nie.
(Holger Rieß)

1.56

Martin Wöhrl, Gloriole, 2011

Gattung
Bildhauerei
Material
Holz
Maße
200 cm x 15 cm
Inv.-Nr.
MI 51
Erworben
2012
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Ausgangspunkt der Arbeiten von Martin Wöhrl sind handwerkliche Materialien wie Beton, Kacheln oder Spanplatten, die oft schon gebraucht sind und von ihm wiederverwendet werden. So wird eine Dialektik von Handwerk und Kunstwerk generiert.
Seine Motive sind breit gefächert und umfassen alle möglichen Gebrauchsgegenstände wie Tische oder Lampen, Fußböden oder Spielfeldmarkierungen. Auch Architekturelemente wie Maßwerk, Fenstergestaltungen oder Wandvertäfelungen gehören zum Themenrepertoire des Künstlers. Immer ist die Realität Vorbild für die vielgestaltigen Werke.
(Neues Museum Nürnberg)

1.54

Martin Wöhrl, Das A & O, 2009

Gattung
Bildhauerei
Material
Türblätter, Metall
Maße
220 cm x 112 cm x 36 cm (A), 184 cm x 125 cm x 36 cm (O)
Inv.-Nr.
MI 50
Erworben
2011
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Wöhrl greift spartenübergreifend Formulierungen aus dem Design auf – beispielsweise Schriftzüge, Signets, Ornamente oder Firmenlogos und transformiert deren Symbolik, indem er die Gegenstände verändert. Immer wieder zitiert er Objekte und Gegenstände, denen er durch formale Veränderungen in Größe, Materialität oder Gestalt neue Funktion und Inhaltlichkeit verleiht.
(Neues Museum Nürnberg)

1.53

Marcello Morandini, 412/2000, 2000

Gattung
Malerei
Material
Lack auf Holz
Maße
200 cm x 200 cm
Inv.-Nr.
MI 49
Erworben
2011
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Quadrat, Kreis, Dreieck – die geometrischen Grundformen sind Ausgangspunkt der Arbeiten von Marcello Morandini, die sich zwischen Kunst und Design bewegen. Mit mathematischer Genauigkeit entwickelt er flache und raumgreifende Kunstwerke, Architektur und Designobjekte, die trotz oder gerade wegen ihrer Systematik und logischen Konsequenz Vergnügen bereiten.
(Neues Museum Nürnberg)

Street. untitled

Phyllida Barlow, STREET. untitled: parapet, 2010

Gattung
Bildhauerei
Material
Sperrholz, Schnittholz, Styropor, Füllmasse, Farbe, Abdichtmittel
Maße
200 cm x 120 cm x 240 cm
Inv.-Nr.
MI 48
Erworben
2011
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Vertraute Alltagsobjekte nachzubilden, Dinge, an denen man täglich vorbeigeht, die aber meist nicht bewusst wahrgenommen und in einen neuen Kontext zu stellen, interessiert die englische Bildhauerin Phyllida Barlow bei ihren Arbeiten. Aufs Wesentliche reduziert, oft deutlich vergrößert, entstehen mit einfachen Baumaterialien Skulpturen mit einer eigenen ästhetischen Dimension.
Für Parapet (übersetzbar mit „Brüstung“, „Geländer“, „Brustwehr“ oder „Zinne“), ließ sie sich von den Wiener Flaktürmen inspirieren – riesigen, im Zweiten Weltkrieg aus Stahlbeton errichteten Hochbunkern, die auch zur Flakabwehr dienten und noch heute zum Großteil unverändert erhalten sind. Das in leuchtendem Rot aus der Wand hervordrängende Objekt ist nicht mehr zu übersehen, es fordert die ganze Aufmerksamkeit des Betrachters und weckt die Neugier.
(Birgit Suk)