Kunstwerk im Fokus

Street. untitled

Phyllida Barlow, STREET. untitled: parapet, 2010

Gattung
Bildhauerei
Material
Sperrholz, Schnittholz, Styropor, Füllmasse, Farbe, Abdichtmittel
Maße
200 cm x 120 cm x 240 cm
Inv.-Nr.
MI 48
Erworben
2011
Zugang
Museumsinitiative Freunde und Förderer des Neuen Museums e.V.
Beschreibung

Vertraute Alltagsobjekte nachzubilden, Dinge, an denen man täglich vorbeigeht, die aber meist nicht bewusst wahrgenommen und in einen neuen Kontext zu stellen, interessiert die englische Bildhauerin Phyllida Barlow bei ihren Arbeiten. Aufs Wesentliche reduziert, oft deutlich vergrößert, entstehen mit einfachen Baumaterialien Skulpturen mit einer eigenen ästhetischen Dimension.
Für Parapet (übersetzbar mit „Brüstung“, „Geländer“, „Brustwehr“ oder „Zinne“), ließ sie sich von den Wiener Flaktürmen inspirieren – riesigen, im Zweiten Weltkrieg aus Stahlbeton errichteten Hochbunkern, die auch zur Flakabwehr dienten und noch heute zum Großteil unverändert erhalten sind. Das in leuchtendem Rot aus der Wand hervordrängende Objekt ist nicht mehr zu übersehen, es fordert die ganze Aufmerksamkeit des Betrachters und weckt die Neugier.
(Birgit Suk)

 

Wissenswertes:    
Die britische Künstlerin Phyllida Barlow, von der die Museumsinitiative das Werk „STREET. untitled: parapet“ aus dem Jahre 2010 besitzt, wird zur Zeit mit einer großen Ausstellung in der Kunsthalle Zürich gefeiert.    
Die 1944 in Newcastle upon Tyne geborene britische Gegenwartskünstlerin hat 2012 den Kunstpreis Aachen erhalten und ist an der Slade School of Fine Art in London als Professorin tätig. Die seit den 1960er Jahren entstandenen raufgreifenden Skulpturen setzen sich aus Alltagsgegenständen wie Holzlatten, Schildern und Betonresten zusammen, die zum Teil mit Farb- und Materialschichten überzogen werden. Dadurch soll die Raumsituation eine Dynamisierung erfahren und durch die Verarbeitung bekannter Materialien der Betrachter angeregt werden, die Alltagswelt differenzierter zu sehen.